Börsenkrach: Dow stürzt erneut ab – Angst vor globalem Handelskrieg
Die globalen Finanzmärkte erleben derzeit eine der schwersten Turbulenzen seit Jahren. Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle auf chinesische Importe verhängt hat, reagierte China mit drastischen Gegenmaßnahmen – und löste damit eine Panik an den Börsen aus. Der Dow Jones Industrial Average verlor am Freitag über 1.000 Punkte, nachdem er bereits am Vortag einen Absturz von fast 1.700 Punkten verzeichnet hatte. Auch der S&P 500 und der Nasdaq Composite brachen ein, während Anleger in sichere Häfen wie Staatsanleihen flüchteten.
Handelskrieg eskaliert: China schlägt mit 34% Zöllen zurück
Chinas Handelsministerium gab am Freitag bekannt, ab dem 10. April eine 34%ige Abgabe auf alle US-Importe zu erheben – eine direkte Antwort auf Trumps Entscheidung, die Zölle auf chinesische Waren zu erhöhen. Diese Eskalation hat die Märkte in Alarmbereitschaft versetzt. „Die Angst vor einer globalen Rezession ist real“, kommentiert Michael Arone, Chefstratege bei State Street Global Advisors. „Anleger verkaufen erst und stellen Fragen später.“
Technologiebranche unter Druck: Apple, Nvidia und Tesla stark betroffen
Besonders hart traf es Technologieunternehmen mit hohem China-Engagement. Apple verlor über 3%, Nvidia brach um 5% ein, und Tesla sackte um 6% ab. China ist für Apple ein kritischer Produktionsstandort – rund 90% aller iPhones werden dort montiert. Analysten warnen vor weiteren Verlusten, falls der Handelsstreit nicht schnell gelöst wird.
Bankensektor im Sturzflug: Rezessionsängste belasten Finanzwerte
Auch Bankaktien gerieten stark unter Druck. Morgan Stanley verlor 6%, Goldman Sachs 5,7%, und JPMorgan Chase stürzte um 8% ab. Die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen fielen unter 4%, ein klares Signal, dass Investoren Sicherheit suchen. JPMorgan erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA von 40% auf 60%.
Defensive Sektoren profitieren: Konsumgüter und Versorger im Aufwind
In unsicheren Zeiten setzen Anleger auf stabile Branchen. Konsumgüterhersteller wie Lamb Weston (+10%) und Dollar General (+9,7%) legten deutlich zu, ebenso Versorger wie Exelon (+5,6%). Diese Unternehmen gelten als krisensicher und bieten oft attraktive Dividendenrenditen.
Europäische Märkte im Abwärtstrend
Die europäischen Börsen zogen nach: Der deutsche DAX verlor 1,74%, der britische FTSE 100 und der französische CAC 40 büßten jeweils rund 1,3% ein. Banken- und Rohstoffwerte waren besonders betroffen.
Fazit: Was bedeutet das für die kommenden Wochen?
Die aktuelle Marktvolatilität könnte anhalten, solange der Handelskonflikt zwischen den USA und China nicht entschärft wird. Sollten die Zölle wie angekündigt in Kraft treten, drohen weitere Verluste – insbesondere für exportabhängige Unternehmen. Gleichzeitig könnten defensive Sektoren wie Versorger und Grundnahrungsmittel weiter an Attraktivität gewinnen. Langfristig hängt die Erholung der Märkte davon ab, ob eine diplomatische Lösung gefunden wird oder die Weltwirtschaft tatsächlich in eine Rezession rutscht.