Bath & Body Works: Wie ein US-Hersteller von Zöllen profitiert
Bath & Body Works, einer der bekanntesten Einzelhändler für Körperpflege und Duftprodukte in den USA, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Die Mehrheit seiner Produkte wird in den Vereinigten Staaten hergestellt. Während viele Unternehmen mit steigenden Zöllen auf Importwaren kämpfen, bleibt das Unternehmen von solchen Belastungen weitgehend verschont. Doch was bedeutet das für Verbraucher und den Markt?
Warum die heimische Produktion ein Game-Changer ist
Rund 80 % der Produkte von Bath & Body Works stammen aus eigener Fertigung in den USA. Diese Strategie verfolgt das Unternehmen seit über einem Jahrzehnt, doch jetzt zahlt sie sich angesichts globaler Handelskonflikte und steigender Zölle besonders aus. Analysten sehen darin einen klaren Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die stark auf Importe angewiesen sind.
Beauty Park: Das Herzstück der US-Produktion
Die zentrale Produktionsstätte des Unternehmens, Beauty Park in New Albany, Ohio, wurde bereits 2012 eröffnet. Diese Entscheidung war damals vor allem auf schnelle Reaktionszeiten und flexible Lieferketten ausgerichtet. Doch heute profitiert Bath & Body Works zusätzlich davon, dass es keine teuren Einfuhrzölle zahlen muss. Laut Lorraine Hutchinson, Senior Retail Analyst bei BofA Securities, bedeutet das: „Die lokale Produktion schützt die Margen und ermöglicht stabile Preise.“
Verkürzte Lieferketten, höhere Effizienz
Ein Beispiel für die verbesserte Effizienz ist die Produktion des beliebten Schaumhandseifens. Früher dauerte der gesamte Prozess – von der Herstellung der Flasche in Kanada über die Pumpe aus China bis zur Befüllung in Virginia – etwa drei Monate. Heute wird alles in Beauty Park gefertigt, und die Lieferzeit beträgt nur noch drei Wochen. Das spart nicht nur Kosten, sondern erhöht auch die Agilität des Unternehmens.
Nachfrage nach der Pandemie: Wann kommt die Trendwende?
Während der Corona-Krise erlebte Bath & Body Works einen Boom, vor allem durch den Verkauf von Handdesinfektionsmitteln, Kerzen und Seifen. Doch seit 2021 sind die Umsätze rückläufig. Erst für 2025 wird wieder ein Wachstum prognostiziert. Simeon Siegel, Managing Director bei BMO Capital Markets, sieht darin jedoch keine Schwäche des Unternehmens, sondern eine Marktbereinigung: „Die Leute haben während Covid zu viele Kerzen gekauft – jetzt normalisiert sich die Nachfrage wieder.“
Was bedeutet das für den Markt in den kommenden Wochen?
Die aktuelle Situation könnte Bath & Body Works zu einem „Überraschungsgewinner“ machen, wenn weitere Zollerhöhungen auf Importprodukte kommen. Während Konkurrenten Preiserhöhungen vornehmen müssten, könnte das Unternehmen seine Preise stabil halten und gleichzeitig die Gewinnmargen sichern. Das könnte zu einer stärkeren Marktposition führen, insbesondere wenn Verbraucher zunehmend auf lokale Produktion achten.
Fazit: Ein Vorbild für lokale Fertigung?
Bath & Body Works zeigt, wie sich langfristige Investitionen in heimische Produktion auszahlen können. In den nächsten Wochen könnte das Unternehmen von seiner strategischen Positionierung profitieren, insbesondere wenn Handelskonflikte weiter eskalieren. Für den Einzelhandel könnte dies ein Signal sein, dass lokale Fertigung nicht nur politisch gewünscht, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.