Die Trump-Rezession: CEOs warnen vor Preiserhöhungen und Arbeitsplatzverlusten
Eine aktuelle Umfrage unter Mitgliedern des CNBC CEO Councils zeigt eine alarmierende Stimmung in der Wirtschaftselite: Fast 70% der befragten CEOs rechnen mit einer bevorstehenden Rezession, ausgelöst durch die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Die Folgen könnten weitreichend sein – von steigenden Preisen bis hin zu massiven Arbeitsplatzverlusten. Doch was bedeutet das konkret für Unternehmen, Verbraucher und die globale Wirtschaft?
Die drohende Rezession: CEOs schlagen Alarm
Laut der CNBC-Umfrage erwarten 69% der befragten CEOs eine wirtschaftliche Abkühlung, wobei mehr als die Hälfte davon ausgeht, dass diese bereits in diesem Jahr eintreten wird. Die Mehrheit (75%) rechnet zwar mit einer moderaten oder milden Rezession, doch die Unsicherheit ist groß. JPMorgan hat die Wahrscheinlichkeit einer Rezession für 2025 bereits auf 60% erhöht – ein deutliches Warnsignal.
Preisanstieg und Inflation: Verbraucher müssen sich wappnen
Fast alle CEOs, deren Unternehmen Waren oder Dienstleistungen verkaufen, prognostizieren Preiserhöhungen zwischen 5% und 20%. Besonders besorgniserregend: 82% erwarten eine Rückkehr der Inflation. „Die Zölle treffen nicht nur die Produktionskosten, sondern auch die Kaufkraft der Verbraucher“, erklärte ein CEO. „Die gestiegenen Preise werden die Nachfrage dämpfen und die Wirtschaft weiter belasten.“
Jobverluste und Investitionsstopps: Die Folgen für den Arbeitsmarkt
Die Umfrage zeigt auch, dass viele Unternehmen bereits über Stellenstreichungen nachdenken:
- 37% der CEOs planen, in diesem Jahr Arbeitsplätze abzubauen.
- 14% haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, ziehen es aber in Betracht.
- Viele Unternehmen zögern bei Investitionen, was langfristig das Wachstum bremsen könnte.
Handelskrieg und globale Auswirkungen: Boykottgefahr für US-Marken
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Anti-Amerika-Stimmung im Ausland. CEOs, deren Unternehmen stark vom Export abhängig sind, berichten von wachsender Skepsis gegenüber US-Produkten. „Es gibt eine echte Gefahr von Boykotten, die unsere Umsätze beeinträchtigen könnten“, sagte ein CEO, dessen Firma 40-45% ihres Umsatzes außerhalb der USA erzielt. „Das könnte zu weiteren Jobverlusten führen und sogar eine Stagflation auslösen.“
Kritik an Trumps Handelspolitik: „Unlogisch und schädlich“
Viele CEOs äußerten scharfe Kritik an der aktuellen Zollpolitik:
- Ein CEO nannte die Maßnahmen „enttäuschend dumm und unlogisch“.
- Ein anderer warf der Regierung vor, sich mit „inkompetenten Ja-Sagern“ zu umgeben.
- Die Unsicherheit behindere langfristige Planungen und Investitionen.
Langfristige Perspektive: Wann lohnt sich Reshoring?
Die Trump-Administration argumentiert, dass die Zölle langfristig zu einer Rückverlagerung von Produktionsstätten in die USA führen werden. Doch die CEOs sind skeptisch:
- 45% glauben, dass ein nennenswerter Reshoring-Effekt frühestens in zwei bis drei Jahren eintreten wird.
- Viele Unternehmen zögern, neue Fabriken zu bauen, solange die Handelsregeln unklar sind.
- Die Bauindustrie erwartet Verzögerungen bei Großprojekten aufgrund höherer Materialkosten.
Fazit: Was bedeutet das für die Märkte in den kommenden Wochen?
Die aktuelle Stimmung unter den CEOs deutet auf eine Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit hin, die sich in den nächsten Wochen weiter zuspitzen könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigt, und die Inflation könnte Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen belasten. Sollten sich die Handelskonflikte verschärfen, könnten weitere Marktturbulenzen und ein Rückgang der Verbrauchernachfrage folgen. Unternehmen werden voraussichtlich vorsichtiger investieren, was das Wachstum weiter bremsen könnte. Kurzfristig ist mit erhöhter Volatilität an den Börsen zu rechnen, während langfristig die Frage bleibt, ob die protektionistische Politik tatsächlich zu einer Stärkung der US-Wirtschaft führen wird.