Dow Futures steigen nach turbulenter Woche – Handelskonflikte und Marktvolatilität im Fokus

Nach einer der wildesten Börsenwochen des Jahres zeigen die Dow Futures am Freitagmorgen leichte Gewinne. Die Anleger versuchen, die neuesten Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China einzuordnen, während die Märkte weiterhin von Unsicherheit geprägt sind. Die Futures des Dow Jones Industrial Average legten um 139 Punkte (0,4%) zu, während der S&P 500 und der Nasdaq-100 jeweils um 0,3% stiegen.

Handelskonflikt eskaliert: China erhöht Zölle auf US-Waren

Die Spannungen zwischen den USA und China verschärften sich weiter, nachdem Peking als Reaktion auf die amerikanischen Strafzölle die Abgaben auf bestimmte Importe aus den USA von 84% auf 125% erhöhte. Die US-Regierung hatte zuvor bestätigt, dass chinesische Waren mit einem Gesamtzoll von 145% belegt werden. Das chinesische Finanzministerium bezeichnete die Maßnahmen der USA als „wirtschaftlich unsinnig“ und warnte vor langfristigen Schäden für die Weltwirtschaft.

Die Nachricht löste zunächst einen Kurseinbruch bei den Futures aus, doch die Erholung folgte schnell, nachdem die Europäische Union bekannt gab, dass ihr Handelsbeauftragter am Sonntag nach Washington reisen werde, um über mögliche Abkommen zu verhandeln.

Wall Street mit massiven Schwankungen

Die vergangene Woche war geprägt von extremen Ausschlägen. Der S&P 500 verlor am Donnerstag 3,46%, während der Dow Jones um 1.014,79 Punkte (2,5%) einbrach. Der Nasdaq Composite, der besonders technologie-lastig ist, schloss mit einem Minus von 4,31%. Diese Verluste machten einen Großteil der Gewinne vom Mittwoch zunichte, als Präsident Trump eine 90-tägige Aussetzung neuer Zölle für einige Länder angekündigt hatte.

Experten warnen vor anhaltender Unsicherheit

„Selbst die reduzierten Zollsätze bleiben ein massives Problem, und Fristen von drei Monaten bieten keine Planungssicherheit für Verbraucher, Unternehmen und Investoren“, kommentierte Jed Ellerbroek, Portfoliomanager bei Argent Capital Management. „Diese Politik wird zu höherer Inflation, geringerem Wirtschaftswachstum und einem frustrierten Aktienmarkt führen.“

Banken melden starke Quartalszahlen – doch die Risiken bleiben

Trotz der angespannten Marktlage veröffentlichten mehrere Großbanken positive Quartalsergebnisse:

  • JPMorgan Chase (+1,3%) übertraf die Erwartungen mit einem Umsatz von 46,01 Mrd. USD.
  • Morgan Stanley (+1%) profitierte von einer starken Investmentbanking-Sparte.
  • Wells Fargo (+1%) verzeichnete einen Gewinnanstieg von 16% im Jahresvergleich.

Dennoch warnten die CEOs vor den wirtschaftlichen Risiken durch die Handelskonflikte. Jamie Dimon (JPMorgan) betonte, dass die Märkte weiterhin mit geopolitischen Spannungen, Inflation und hohen Vermögenspreisen konfrontiert seien.

Dollar schwächelt – Euro und Yen profitieren

Der US-Dollar-Index verlor weitere 1% und lag damit auf Wochensicht bereits 3% im Minus. Besonders auffällig war der Rückgang gegenüber dem Yen (-1,2%), der als sicherer Hafen gilt. Der Euro gewann 1,2% auf 1,13 USD, während das britische Pfund nach positiven Wirtschaftsdaten um 0,6% zulegte.

Fazit: Was bedeutet das für die Märkte in den kommenden Wochen?

Die vergangene Woche hat gezeigt, wie sensibel die Märkte auf politische Entscheidungen reagieren. Solange keine klare Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China in Sicht ist, dürfte die Volatilität hoch bleiben. Die Anleger werden genau beobachten, ob die EU erfolgreich vermitteln kann oder ob weitere Eskalationsstufen folgen. Banken und Unternehmen mit starker internationaler Ausrichtung könnten weiter unter Druck geraten, während defensive Werte wie Staatsanleihen und stabile Währungen an Attraktivität gewinnen.

Falls sich die Zollspannungen entschärfen, könnte der Markt schnell wieder aufholen – doch bis dahin bleibt Vorsicht geboten.

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