UBS übertrifft Gewinnerwartungen – doch Trump-Zölle und regulatorische Risiken belasten die Aussichten

Der Schweizer Bankenriese UBS hat im ersten Quartal 2025 die Gewinnerwartungen übertroffen, sieht sich jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Während die Investmentbanking-Sparte starke Erträge verzeichnete, belasten drohende US-Zölle und strengere Regulierungsvorgaben die langfristige Perspektive. Die Aktie des Unternehmens verlor in diesem Jahr bereits rund 10 % an Wert – ein klarer Indikator für die Unsicherheit der Anleger.

Starke Zahlen im Investmentbanking, aber sinkende Zinserträge

UBS meldete einen Nettogewinn von 1,692 Milliarden US-Dollar, deutlich über den Analystenerwartungen von 1,359 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtumsatz lag mit 12,557 Milliarden US-Dollar leicht unter den Prognosen. Besonders hervorzuheben ist die Performance der Investmentbanking-Sparte:

  • Ein Anstieg der Erträge im Global Markets-Bereich um 32 % im Jahresvergleich
  • Eine Steigerung der transaktionsbasierten Erträge im Vermögensverwaltungsgeschäft um 15 %

Dennoch gibt es Sorgen: Die Nettozinserträge (NII) sanken um 16 % gegenüber dem Vorjahr und um 11 % im Quartalsvergleich. UBS erwartet weitere Rückgänge im zweiten Quartal, insbesondere in der globalen Vermögensverwaltung und im Schweizer Privatkundengeschäft.

Zinsumfeld und Marktvolatilität belasten die Prognosen

CEO Sergio Ermotti beschrieb die ersten Wochen des Jahres als „extrem volatil“, mit Transaktionsvolumina, die zeitweise 30 % über den Pandemie-Niveaus lagen. Trotz der aktuellen Marktberuhigung rechnet er mit weiteren Schwankungen, insbesondere im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten.

Trump-Zölle: Eine „materiale Bedrohung“ für UBS

Ein zentrales Risiko für UBS sind die von der US-Regierung verhängten Zölle. Die Schweiz könnte mit Abgaben von bis zu 31 % belegt werden, falls bis Juli keine neue Handelsvereinbarung mit den USA zustande kommt. Da fast die Hälfte der verwalteten Vermögenswerte von UBS in den Amerikas liegen, könnte eine Eskalation des Handelskonflikts erhebliche Auswirkungen haben.

„Höhere Zölle auf den globalen Handel stellen ein erhebliches Risiko für das Wachstum und die Inflation dar“, warnte UBS in einer Stellungnahme. Die Bank befürchtet, dass anhaltende Unsicherheit Investitionsentscheidungen verzögern und die Märkte weiter destabilisieren könnte.

Regulatorische Herausforderungen: Die „Too Big to Fail“-Debatte

Neben den Handelsrisiken kämpft UBS mit strengeren Kapitalanforderungen der Schweizer Behörden. Nach der Übernahme der angeschlagenen Credit Suisse steht die Frage im Raum, ob UBS als „systemrelevante“ Bank noch effektiv abgewickelt werden kann. Die Schweizer Regierung prüft derzeit neue Vorschriften, die die Eigenkapitalanforderungen erhöhen könnten.

Ermotti warnte, dass übermäßige Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit der Bank untergraben könnte. „Wir können nicht wettbewerbsfähig sein, wenn der regulatorische Rahmen es nicht zulässt“, betonte er.

Fazit: Was bedeutet das für die Märkte in den kommenden Wochen?

Die Ergebnisse von UBS zeigen eine starke Performance im Investmentbanking, doch die langfristigen Risiken bleiben hoch. Die möglichen Auswirkungen der US-Zölle, eine schwankende Zinslandschaft und regulatorische Unsicherheiten könnten die Aktienkurse weiter belasten. Sollte sich der Handelskonflikt verschärfen, dürften die Märkte mit erhöhter Volatilität reagieren. Gleichzeitig wird die Entscheidung der Schweizer Behörden über neue Kapitalvorschriften im Juni ein entscheidender Moment für die Zukunft von UBS sein.

Für Anleger bedeutet dies: Kurzfristig könnten weitere Gewinnmitnahmen erfolgen, während langfristig die regulatorischen und geopolitischen Entwicklungen den Ausschlag geben werden.

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