US-Inflation im März: Leichter Rückgang, Kernrate steigt nur minimal

Die US-Inflationsdaten für März haben gemischte Signale gesendet: Während die Gesamtinflation leicht zurückging, stieg die Kernrate nur minimal an. Diese Entwicklung könnte die Diskussion über mögliche Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) neu entfachen. Gleichzeitig reagierten die Märkte verhalten – Bitcoin stieg leicht, während die Aktienmärkte unter Druck standen. Doch die Daten spiegeln noch nicht die jüngsten politischen Entwicklungen wider, insbesondere die Ankündigung neuer Zölle durch die US-Regierung.

Die aktuellen Inflationszahlen im Detail

Der Consumer Price Index (CPI), ein zentraler Indikator für die Inflation in den USA, fiel im März um 0,1%. Dies überraschte viele Ökonomen, die eigentlich mit einem Anstieg von 0,1% gerechnet hatten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Inflation um 2,4%, deutlich unter den erwarteten 2,6% und dem Februar-Wert von 2,8%.

Kerninflation zeigt nur geringes Wachstum

Noch interessanter ist die Entwicklung der Kerninflation (Core CPI), die volatile Komponenten wie Energie- und Lebensmittelpreise ausblendet. Hier betrug der Anstieg im März nur 0,1%, weit unter den Prognosen von 0,3%. Im Jahresvergleich lag die Kerninflation bei 2,8%, ebenfalls unter den Erwartungen.

Wie reagierten die Märkte?

Die Reaktion der Finanzmärkte war geteilt:

  • Bitcoin (BTC): Der Kurs stieg leicht auf über 82.000 US-Dollar.
  • Aktienmärkte: Die Futures für den Nasdaq 100 und den S&P 500 gaben nach, was auf eine vorsichtige Haltung der Anleger hindeutet.

Einfluss der Zollpolitik noch nicht eingepreist

Ein wichtiger Faktor, der in den aktuellen Daten noch nicht berücksichtigt ist, sind die jüngsten Zollankündigungen der US-Regierung. Diese hatten zuletzt für erhebliche Marktturbulenzen gesorgt, bevor eine vorübergehende Aussetzung der Maßnahmen für Entspannung sorgte.

Was bedeutet das für die Fed?

Die schwächeren Inflationsdaten könnten die Erwartungen an eine baldige Zinssenkung durch die Fed erhöhen. Allerdings:

  • Vor der Veröffentlichung der CPI-Daten lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Mai nur bei 17%.
  • Der Juni gilt derzeit als wahrscheinlicher Zeitpunkt, mit einer 75%-Chance auf eine Senkung um mindestens 25 Basispunkte.

Blick auf den Producer Price Index (PPI)

Ein weiterer wichtiger Indikator, der die Diskussion beeinflussen wird, ist der Producer Price Index (PPI), der am Freitag veröffentlicht wird. Dieser könnte weitere Hinweise auf die Preisentwicklung geben und die Erwartungen an die Fed-Politik prägen.

Fazit: Was bedeutet das für die Märkte in den kommenden Wochen?

Die aktuellen Inflationsdaten deuten auf eine leichte Entspannung hin, doch die Unsicherheit bleibt hoch. Die Märkte werden weiterhin auf Signale der Fed achten, insbesondere im Hinblick auf die Zinspolitik. Gleichzeitig könnten die jüngsten politischen Entwicklungen, wie die Zollankündigungen, die Inflation wieder anheizen. Kurzfristig könnte Bitcoin von einer lockeren Geldpolitik profitieren, während Aktienmärkte weiterhin volatil bleiben. Langfristig wird die Frage entscheidend sein, ob die Inflation nachhaltig unter Kontrolle bleibt oder ob neue Preisschübe drohen.

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