Überraschende Wirtschaftserholung: Britische Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Die britische Wirtschaft hat im Februar 2024 eine unerwartet starke Erholung gezeigt. Laut dem Office for National Statistics (ONS) stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5% im Vergleich zum Vormonat – deutlich mehr als die von Analysten prognostizierten 0,1%. Dieser Aufschwung wurde vor allem durch eine Belebung des Dienstleistungssektors und eine Erholung der Produktion getrieben.

Dienstleistungssektor als Wachstumstreiber

Der Dienstleistungssektor, der etwa 80% der britischen Wirtschaft ausmacht, verzeichnete im Februar ein Wachstum von 0,3% nach einem schwachen Anstieg von nur 0,1% im Januar. Besonders stark waren die Bereiche Handel, Gastgewerbe und Finanzdienstleistungen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Verbrauchernachfrage trotz anhaltender Inflation wieder anzieht.

Produktion und Baugewerbe erholen sich

Neben dem Dienstleistungssektor zeigten auch andere Bereiche positive Entwicklungen:

  • Produktionsoutput: +1,5% nach einem Rückgang von 0,5% im Januar
  • Baugewerbe: +0,4% nach einem Minus von 0,3% im Vormonat

Diese Zahlen deuten auf eine breitere wirtschaftliche Erholung hin, die möglicherweise durch günstigere Energiepreise und stabilere Lieferketten begünstigt wurde.

Britische Währung reagiert positiv

Die Nachricht vom stärkeren Wachstum führte zu einer Aufwertung des britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar. Die Währung stieg um 0,2% auf 1,2988 USD, was auf ein gesteigertes Vertrauen der Märkte in die britische Wirtschaft hindeutet.

Langfristige Herausforderungen bleiben bestehen

Trotz der positiven Entwicklung gibt es weiterhin strukturelle Probleme:

  • Handelspolitische Unsicherheiten: Neue US-Zölle auf britische Exporte könnten das Wachstum bremsen.
  • Geringe Prognosen: Das Office for Budget Responsibility hat seine Wachstumsprognose für 2025 von 2% auf 1% gesenkt.
  • Steigende Steuerlast: Unternehmen sehen sich mit höheren Abgaben konfrontiert.

Auswirkungen auf die Geldpolitik der Bank of England

Die besseren Wirtschaftsdaten könnten die Bank of England dazu bewegen, ihre Zinspolitik zu überdenken. Derzeit erwarten Märkte einen Zinssenkung um 25 Basispunkte im Mai, was den Leitzins auf 4,25% senken würde. Allerdings könnte die globale Unsicherheit durch die US-Handelspolitik die Entscheidung beeinflussen.

Fazit: Was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Die überraschend positive Entwicklung der britischen Wirtschaft im Februar könnte kurzfristig zu einer Stabilisierung der Märkte führen. Allerdings bleiben langfristige Risiken bestehen, insbesondere durch die US-Zölle und die schwächeren Wachstumsprognosen. Sollte die Bank of England tatsächlich die Zinsen senken, könnte dies die Konjunktur weiter stützen, aber auch Inflationsrisiken erhöhen. Investoren sollten die weiteren Daten und politischen Entwicklungen genau beobachten.

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