Geldanlage: Warum ein einzelner ETF nicht genug ist – Experteninterview mit Martin Weber

Die Geldanlage ist ein komplexes Thema, das viele Privatanleger vor Herausforderungen stellt. Ein breit gestreuter ETF auf den MSCI World gilt oft als einfache Lösung, doch ist das wirklich ausreichend? Martin Weber, ein renommierter Experte für Anlegerverhalten, erklärt im Interview, worauf es beim Aufbau eines nachhaltigen Depots wirklich ankommt und welche Fehler Anleger unbedingt vermeiden sollten.

Die Illusion der einfachen Geldanlage

Viele Anleger glauben, dass ein einziger ETF auf einen globalen Aktienindex wie den MSCI World ausreicht, um langfristig Vermögen aufzubauen. Doch Weber warnt: "Diversifikation bedeutet mehr als nur eine breite Streuung über Länder und Branchen." Ein solcher Fonds biete zwar eine gewisse Sicherheit, vernachlässige aber wichtige Aspekte wie Währungsrisiken, Anlageklassen und individuelle Risikotoleranz.

Warum Diversifikation über den MSCI World hinausgeht

Ein gut strukturiertes Portfolio sollte laut Weber mehrere Komponenten enthalten:

  • Mehrere Assetklassen: Neben Aktien sollten auch Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien berücksichtigt werden.
  • Regionale Unterschiede: Der MSCI World deckt nur Industrieländer ab – Schwellenländer bleiben außen vor.
  • Individuelle Anpassung: Alter, Einkommen und Risikobereitschaft spielen eine entscheidende Rolle.

Psychologische Fallen beim Investieren

Weber betont, dass viele Anleger irrationalen Mustern folgen. "Menschen neigen dazu, vergangene Erfolge zu überschätzen und Verluste zu vermeiden, selbst wenn es rational sinnvoll wäre." Dies führe zu schlechten Entscheidungen wie:

  • Zu frühes Verkaufen bei Kurseinbrüchen
  • Übertriebenes Vertrauen in Einzelaktien
  • Vernachlässigung langfristiger Strategien

Wie Anleger emotionale Fehler vermeiden

Automatisierte Sparpläne und eine klare Anlagestrategie können helfen, impulsives Handeln zu verhindern. Weber empfiehlt zudem, regelmäßig – aber nicht zu häufig – das Portfolio zu überprüfen, um nicht auf kurzfristige Marktschwankungen zu reagieren.

Die Zukunft der Geldanlage: Was kommt auf den Markt zu?

In den nächsten Wochen könnten sich mehrere Trends verstärken:

  • Nachhaltige Investments: ESG-Kriterien gewinnen weiter an Bedeutung.
  • Technologische Einflüsse: KI-gestützte Anlageberatung wird populärer.
  • Regulatorische Änderungen: Neue Gesetze könnten die ETF-Landschaft beeinflussen.

Fazit: Was bedeutet das für Anleger?

Die Aussagen von Martin Weber zeigen, dass eine kluge Geldanlage mehr erfordert als einen einzigen ETF. Diversifikation, psychologische Disziplin und Anpassungsfähigkeit an Marktveränderungen sind entscheidend. In den kommenden Wochen könnten Anleger von einer breiteren Streuung und der Integration neuer Technologien profitieren. Wer jetzt sein Portfolio überprüft und gegebenenfalls anpasst, ist besser auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet.

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