Europäische Börsen unter Druck: Trump-Zölle und wirtschaftliche Unsicherheit

Die europäischen Märkte stehen am Dienstag vor einem schwachen Start, da die Unsicherheit über die Handelspolitik der USA und wirtschaftliche Prognosen die Anleger verunsichern. Besonders im Fokus stehen mögliche neue Zölle unter der Trump-Administration sowie schwache Wachstumsprognosen für Großbritannien. Gleichzeitig kündigt der Ölriese Shell eine Strategieänderung an, die Auswirkungen auf den Energiesektor haben könnte.

AI-generated Image

Handelskonflikte belasten die Märkte

Laut Handelsdaten von IG werden die wichtigsten europäischen Indizes mit Verlusten starten:

  • FTSE 100 (Großbritannien): -23 Punkte auf 8.617
  • DAX (Deutschland): -50 Punkte auf 22.804
  • CAC 40 (Frankreich): -11 Punkte auf 8.009
  • FTSE MIB (Italien): -78 Punkte auf 38.207

Hintergrund sind die anhaltenden Spekulationen über neue US-Zölle, die Präsident Donald Trump bereits angekündigt hat. Zwar deuteten Medienberichte zuletzt auf eine mögliche Begrenzung der Maßnahmen hin, doch bleibt die genaue Umsetzung unklar. Trump selbst erklärte, dass einige Länder Ausnahmen erhalten könnten, während Sektoren wie Pharmazie und Automobilindustrie dennoch betroffen sein werden.

Asien uneinheitlich, Wall Street abwartend

Die asiatischen Märkte zeigten ein gemischtes Bild, während die US-Futures leicht nachgaben. Die Wall Street bleibt angespannt, da neben den Zöllen auch Inflationsängste und ein mögliches Wachstumsdefizit die Stimmung trüben. Die Anleger warten gespannt auf die nächsten Schritte der US-Regierung, die ab dem 2. April greifen könnten.

Shell setzt auf LNG und höhere Aktionärsrenditen

Der britische Ölkonzern Shell hat eine neue Strategie vorgestellt, die auf eine Steigerung der Aktionärsrenditen und eine Fokussierung auf Flüssigerdgas (LNG) abzielt. Die wichtigsten Punkte:

AI-generated Image
  • Erhöhung der Ausschüttungen auf 40-50% des operativen Cashflows (bisher 30-40%)
  • Jährliche Dividendensteigerung um 4%
  • Senkung der Investitionsausgaben auf 20-22 Mrd. USD pro Jahr bis 2028
  • Kostenreduktion von 5-7 Mrd. USD bis 2028

Diese Maßnahmen sollen die Profitabilität steigern und Shell langfristig im Wettbewerb mit anderen Energieriesen positionieren. Die Ankündigung könnte den gesamten Energiesektor beeinflussen, da andere Unternehmen möglicherweise nachziehen.

Großbritannien: Wachstumsprognosen halbieren sich

Laut einem Bericht der Financial Times wird die britische Finanzministerin Rachel Reeves am Mittwoch düstere Prognosen veröffentlichen. Das Office for Budget Responsibility (OBR) rechnet damit, dass das Wirtschaftswachstum 2025 von 2% auf nur noch 1% sinken wird. Gleichzeitig steht die Regierung vor einem Haushaltsdefizit von 4 Mrd. Pfund, nachdem die ursprüngliche finanzielle Reserve aufgebraucht wurde.

Reeves plant zudem weitere Kürzungen im Sozialbereich und bei den öffentlichen Ausgaben, was politisch umstritten sein dürfte. Die Ankündigungen könnten die britischen Märkte zusätzlich belasten, insbesondere den bereits schwachen Pfund-Kurs.

Deutschland: Ifo-Geschäftsklima im Fokus

Ein weiterer wichtiger Indikator für die europäische Wirtschaft wird heute mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland veröffentlicht. Sollte dieser schlechter ausfallen als erwartet, könnte dies die Sorgen über eine gesamteuropäische Abschwächung verstärken.

Fazit: Was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Die europäischen Märkte stehen vor einer turbulenten Phase. Die möglichen US-Zölle könnten Handelskonflikte eskalieren lassen, während schwache Wachstumsprognosen in Großbritannien und Deutschland die Investoren verunsichern. Shells Strategiewechsel könnte hingegen positive Impulse für den Energiesektor setzen. Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben, insbesondere wenn Trump weitere Details zu den Zöllen bekannt gibt. Langfristig werden die Märkte darauf achten, ob Europa konkrete Gegenmaßnahmen plant oder ob eine diplomatische Lösung gefunden wird.

Video