KI-Agenten: Die lang erwarteten Nutzer von Web3

Die Blockchain-Technologie und das Konzept von Web3 haben in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erregt. Doch trotz des Hypes um Kryptowährungen, dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) und NFTs bleibt die breite Nutzung von Web3 hinter den Erwartungen zurück. Der Grund? Web3 wurde nicht für Menschen, sondern für Maschinen entwickelt. Doch jetzt könnte sich das Blatt wenden: KI-Agenten könnten die lang erwarteten Nutzer sein, die das volle Potenzial von Web3 freisetzen.

Warum Web3 bisher scheiterte

Obwohl etwa 10 % der Weltbevölkerung Kryptowährungen besitzen, nutzt nur ein Bruchteil davon aktiv dezentrale Anwendungen (dApps). Der Grund dafür liegt in der Komplexität der Technologie. Smart Contracts, Self-Custody-Wallets und die Interaktion mit verschiedenen Blockchains erfordern technisches Know-how und Zeit – beides, was die meisten Menschen nicht haben. Web3 wurde nie für den Massenmarkt entwickelt, sondern als Infrastruktur für Maschinen konzipiert.

Die Herausforderung der Usability

Die meisten Nutzer scheitern bereits an der Onboarding-Prozessen. Das Einrichten eines Wallets, das Verwalten von Private Keys und das Verständnis von Gas Fees sind Hürden, die viele abschrecken. Hinzu kommt die Fragmentierung der Blockchain-Ökosysteme, die eine nahtlose Interaktion erschwert. Diese Komplexität hat dazu geführt, dass Web3 bisher nur von einer kleinen Gruppe von Enthusiasten genutzt wird.

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KI-Agenten: Die Lösung für Web3?

Hier kommen KI-Agenten ins Spiel. Im Gegensatz zu Menschen können KI-Agenten komplexe Prozesse automatisieren, große Datenmengen verarbeiten und nahtlos mit dezentralen Netzwerken interagieren. Sie sind in der Lage, Smart Contracts zu nutzen, Transaktionen zu optimieren und effizient über verschiedene Blockchains hinweg zu agieren. Damit könnten sie die lang erwarteten Nutzer sein, die Web3 zum Leben erwecken.

Die drei Schichten des Post-Web-Stacks

Die Integration von KI-Agenten in Web3 erfordert eine neue Architektur, die speziell für maschinelle Nutzer optimiert ist. Dieser sogenannte "Post-Web-Stack" besteht aus drei zentralen Schichten:

1. Die Agentic Layer: KI als neue Schnittstelle

In der Post-Web-Ära werden Nutzer nicht mehr direkt mit Wallets, Börsen oder dApps interagieren. Stattdessen übernehmen KI-Agenten diese Aufgaben. Sie fungieren als persönliche digitale Assistenten, die Transaktionen ausführen, Vermögenswerte verwalten und komplexe Entscheidungen treffen. Die Agentic Layer bildet die Brücke zwischen den Absichten der Nutzer und deren Ausführung. Nutzer geben lediglich ihre Ziele vor, und die KI-Agenten erledigen den Rest.

2. Die Trust Layer: Smart Contracts als Rückgrat

KI-Agenten benötigen eine vertrauenswürdige Umgebung, in der Transaktionen und Vereinbarungen sicher und unveränderlich ausgeführt werden können. Hier kommen Smart Contracts und dezentrale Ledger-Technologien (DLT) ins Spiel. Sie bieten eine deterministische und verifizierbare Grundlage, die für wirtschaftliche Aktivitäten unerlässlich ist. Während heutige KI-Modelle auf probabilistischer Logik basieren, bieten Smart Contracts die notwendige Sicherheit und Endgültigkeit.

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3. Die Infrastructure Layer: Dezentrale Ressourcen

KI-Agenten benötigen Zugang zu Rechenleistung, Speicher und Daten. Hier spielen dezentrale physische Infrastrukturnetzwerke (DePIN) eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen es KI-Agenten, auf dezentrale Ressourcen zuzugreifen, ohne auf zentrale Cloud-Anbieter angewiesen zu sein. Projekte wie Akash und Render bieten bereits dezentrale GPU-Netzwerke, während Ocean Protocol den Zugang zu offenen Datenmärkten ermöglicht.

Die Zukunft des Internets: Maschinell optimiert

Das Internet, wie wir es kennen, wird sich grundlegend verändern. Anstelle von zentralisierten Plattformen und menschlichen Schnittstellen wird die Post-Web-Ära von KI-Agenten dominiert. Diese autonomen Akteure werden das Internet neu definieren und eine Welt schaffen, in der Maschinen die primären Nutzer sind.

Was bedeutet das für Startups?

Startups, die in der Post-Web-Ära erfolgreich sein wollen, müssen ihre Produkte auf KI-Agenten ausrichten. Das bedeutet, dass sie ihre Infrastruktur für maschinelle Nutzer optimieren müssen. Protokolle, die Kompatibilität, nahtlose Ausführung und verifizierbare Daten ermöglichen, werden sich durchsetzen. Diejenigen, die weiterhin auf manuelle Prozesse und fragmentierte Systeme setzen, werden zurückbleiben.

Fazit: Was bedeutet das für den Markt in den nächsten Wochen?

Die Integration von KI-Agenten in Web3 könnte den Markt in den kommenden Wochen und Monaten erheblich beeinflussen. Unternehmen, die frühzeitig auf diese Entwicklung setzen, könnten einen Wettbewerbsvorteil erlangen. Gleichzeitig könnte die Nachfrage nach dezentralen Infrastrukturlösungen wie DePIN und Smart Contracts stark zunehmen. Für Investoren bietet sich die Chance, in Projekte zu investieren, die die Post-Web-Ära vorantreiben. Die Frage ist nicht, ob dieser Wandel kommt, sondern wie schnell sich die Akteure anpassen können.

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