Europäische Aktienmärkte vor starkem Wochenstart: Tech-Zollbefreiung beflügelt Stimmung

Die europäischen Aktienmärkte stehen am Montagmorgen vor einem kräftigen Aufschwung, nachdem die USA vorübergehend Zölle auf bestimmte Technologieprodukte ausgesetzt haben. Diese Entscheidung sorgt für positive Marktstimmung, während gleichzeitig die Berichtssaison für das erste Quartal Fahrt aufnimmt.

Tech-Sektor atmet auf: Temporäre Zollerleichterungen als Wendepunkt

Smartphones, Computer und elektronische Bauteile wurden von den jüngsten US-Zollmaßnahmen ausgenommen – zumindest vorübergehend. Laut US-Zollbehörden sind 20 Produktkategorien von den neuen Strafzöllen ausgeschlossen, die Präsident Donald Trump auf chinesische Importe verhängt hatte. Dennoch bleiben grundlegende Zölle von 20% auf chinesische Waren bestehen.

Wie lange hält der Zoll-Frieden?

Die größte Frage für Anleger bleibt, wie lange diese Atempause anhalten wird. Trump kündigte bereits an, in der kommenden Woche neue Zollsätze für Halbleiterimporte bekanntzugeben. Die EU hat ihrerseits Gegenmaßnahmen für 90 Tage ausgesetzt, um Verhandlungen Raum zu geben.

Währungsturbulenzen und Anleihemärkte unter Druck

Die Unsicherheit hat auch Devisen- und Anleihemärkte erfasst: Der Euro stieg auf ein Dreijahreshoch gegenüber dem US-Dollar, während die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen innerhalb einer Woche von 3,99% auf 4,49% sprang.

Ungewissheit trotz positiver Signale

Analysten wie Dan Ives von Wedbush sehen die Zollausnahmen zwar als richtigen Schritt, warnen aber vor anhaltender Unsicherheit: „Es herrscht Chaos und Verwirrung über die nächsten Schritte. Die Verhandlungen zwischen Washington und Peking bleiben entscheidend für die Märkte.“

Asien reagiert mit Kursgewinnen

Die Nachricht von der Zollpause beflügelte auch asiatische Technologieaktien:

  • Taiwans Hon Hai Precision (+4,46%), wichtigster Apple-Zulieferer
  • Japans Advantest Corp (+3,89%), Schlüssellieferant für Nvidia
  • Südkoreas LG Innotek (+7,26%), stark abhängig von Apple-Aufträgen

Goldman Sachs senkt Ölpreisprognose

Unterdessen rechnet Goldman Sachs mit fallenden Ölpreisen: Brent-Rohöl könnte bis Jahresende auf 63 USD pro Barrel sinken, 2026 sogar auf 58 USD. Als Gründe nennt die Bank Rezessionsrisiken und höhere Fördermengen der OPEC+.

Konjunkturdaten und Quartalsberichte im Fokus

Diese Woche stehen wichtige Unternehmenszahlen an, darunter der Luxusriese LVMH und die US-Bank Goldman Sachs. Zudem werden Inflationsdaten vor der EZB-Sitzung am Donnerstag erwartet.

Fazit: Was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Die vorübergehende Zollentlastung gibt Tech-Unternehmen und Anlegern eine Verschnaufpause. Doch die Unsicherheit bleibt hoch – besonders mit Blick auf Trumps nächste Schritte. Sollten die Verhandlungen mit China scheitern, könnte die Volatilität schnell zurückkehren. Kurzfristig dürften Tech-Aktien weiter profitieren, während Öl- und Anleihemärkte unter Druck bleiben. Langfristig wird entscheidend sein, ob die Handelskonflikte eskalieren oder eine diplomatische Lösung gelingt.

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