Berkshire Hathaway: Gewinneinbruch und Warnung vor Zollunsicherheiten
Die jüngsten Quartalszahlen von Berkshire Hathaway haben Anleger und Marktbeobachter aufgeschreckt. Der von Warren Buffett geführte Konglomerat meldete einen deutlichen Rückgang der operativen Erträge und warnte vor den Auswirkungen von Zöllen und geopolitischen Risiken. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen und ihre möglichen Folgen für die Märkte in den kommenden Wochen.
Operative Erträge brechen ein
Im ersten Quartal 2025 sanken die operativen Erträge von Berkshire Hathaway um 14 % auf 9,64 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (11,22 Milliarden US-Dollar) zeigt sich eine deutliche Verschlechterung. Pro B-Aktie beliefen sich die Erträge auf 4,47 US-Dollar – deutlich unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 4,72 US-Dollar gerechnet hatten.
Versicherungssparte als Haupttreiber des Rückgangs
Besonders hart traf es die Versicherungssparte: Der Underwriting-Gewinn brach um 48,6 % auf 1,34 Milliarden US-Dollar ein. Ein weiterer Faktor war die Schwäche des US-Dollars, die Berkshire einen Verlust von rund 713 Millionen US-Dollar bescherte. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Währungsgewinn von 597 Millionen US-Dollar verbucht.
Zollpolitik und geopolitische Risiken
Berkshire Hathaway äußerte sich besorgt über die zunehmenden Handelsbarrieren und die unsichere geopolitische Lage. In seinem Bericht betonte das Unternehmen, dass die Auswirkungen von Zöllen auf Lieferketten, Produktionskosten und Kundennachfrage derzeit nicht zuverlässig vorhersehbar seien.
Warnung vor weiteren Turbulenzen
„Die Geschwindigkeit der Veränderungen in der Handelspolitik hat 2025 weiter zugenommen“, hieß es im Bericht. „Es bleibt erhebliche Unsicherheit über die endgültigen Auswirkungen dieser Entwicklungen.“ Besonders betroffen sind Unternehmen wie die BNSF Railway, Brooks Running und die Versicherungstochter Geico.
Cash-Reserven auf Rekordhoch
Trotz der Gewinnrückgänge stieg Berkshires Cash-Polster im ersten Quartal auf ein neues Rekordniveau von über 347 Milliarden US-Dollar. Warren Buffett findet weiterhin kaum attraktive Investitionsmöglichkeiten, weshalb das Unternehmen bereits zum zehnten Quartal in Folge Nettoverkäufer von Aktien war.
Starke Performance trotz Marktturbulenzen
Während der S&P 500 seit Jahresbeginn um 3,3 % gefallen ist, legten Berkshires A-Aktien fast 19 % zu. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des Konglomerats in unsicheren Zeiten. Dennoch warnt Buffett davor, sich zu sehr auf kurzfristige Gewinnschwankungen zu konzentrieren.
Fazit: Was bedeutet das für die Märkte?
Die aktuellen Entwicklungen bei Berkshire Hathaway deuten auf eine anhaltende Unsicherheit in der globalen Wirtschaft hin. Die Warnungen vor Zöllen und geopolitischen Risiken könnten in den kommenden Wochen zu weiteren Volatilitäten führen, insbesondere in den betroffenen Sektoren wie Technologie, Transport und Versicherungen. Investoren sollten sich auf mögliche Lieferkettenstörungen und steigende Kosten einstellen. Gleichzeitig zeigt Berkshires starke Cash-Position, dass Buffett weiterhin auf günstige Gelegenheiten wartet – ein Signal, dass weitere Markturbulenzen möglich sind.