Kryptobetrug in den USA: Ältere Menschen als Hauptopfer – FBI meldet Verluste von 9,3 Milliarden Dollar

Die Welt der Kryptowährungen boomt, doch mit dem Wachstum steigen auch die Risiken. Laut dem jüngsten Bericht des FBI haben Betrüger im Jahr 2024 allein in den USA über 9,3 Milliarden Dollar durch Kryptoscams erbeutet. Besonders alarmierend: Senioren sind überproportional betroffen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Entwicklungen, die Methoden der Täter und die Gegenmaßnahmen der Behörden.

Kryptokriminalität auf Rekordniveau

Die US-Bundespolizei FBI verzeichnete im Jahr 2024 einen dramatischen Anstieg von Cyberkriminalität mit Schwerpunkt auf Kryptowährungen. Insgesamt beliefen sich die gemeldeten Verluste auf 16,6 Milliarden Dollar – ein neuer Höchststand. Davon entfielen 9,3 Milliarden Dollar auf betrügerische Aktivitäten im Kryptobereich, fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Investmentbetrug und "Pig Butchering"-Taktiken

Besonders verbreitet sind sogenannte "Pig Butchering"-Scams, bei denen Betrüger zunächst emotionale Bindungen zu ihren Opfern aufbauen, bevor sie sie in gefälschte Krypto-Investitionsplattformen locken. Diese Methode war für Verluste von rund 5,8 Milliarden Dollar verantwortlich. Daneben nutzen Kriminelle auch gefälschte Tech-Support-Anrufe oder angebliche Regierungsvertreter, um Opfer zur Überweisung von Kryptogeld über ATMs oder QR-Codes zu bewegen.

Senioren als Hauptzielgruppe

Ältere Menschen sind besonders gefährdet: Über 33.000 Beschwerden kamen 2024 von Bürgern ab 60 Jahren, die zusammen mehr als 2,8 Milliarden Dollar verloren. Der durchschnittliche Schaden pro Fall lag bei etwa 83.000 Dollar – deutlich höher als bei anderen Formen von Internetbetrug.

  • Durchschnittlicher Verlust: 83.000 USD pro Fall
  • Verlustrate: Vierfach höher als bei anderen Online-Betrugsfällen
  • Häufigste Methoden: Gefälschte Investmentplattformen, Fake-Tech-Support, Regierungsimitationen

Gegenmaßnahmen des FBI

Die Behörden haben Initiativen wie "Operation Level Up" gestartet, um Betrugsopfern zu helfen und weitere Schäden zu verhindern. Bisher konnten dadurch bereits 285 Millionen Dollar gesichert oder zurückerstattet werden. Zudem wurden zahlreiche Betrugsnetzwerke zerschlagen und Täter hinter Gitter gebracht.

Ausblick: Was bedeutet das für den Kryptomarkt?

Die zunehmende Kriminalität könnte regulatorische Maßnahmen verschärfen, was kurzfristig zu Marktvolatilität führen kann. Langfristig sind jedoch strengere Sicherheitsstandards und Aufklärungskampagnen notwendig, um das Vertrauen in Krypto-Investments zu stärken. Insbesondere ältere Anleger benötigen bessere Schutzmechanismen, während Plattformen wie Coinbase und TRON ihre Compliance-Systeme weiter ausbauen müssen.

Fazit: Wachstum vs. Sicherheit

Der Kryptomarkt steht an einem Scheideweg: Einerseits expandieren Stablecoins wie USDT auf der TRON-Blockchain rasant, andererseits gefährden Betrugswellen die Akzeptanz. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Branche selbstregulierend agiert oder härtere Gesetze drohen. Für Investoren bleibt Due Diligence unerlässlich – besonders in Zeiten, in denen sogar Memecoins wie der offizielle Trump-Token unerwartete Höhenflüge erleben.

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